HTML-Newsletter vs Text-Newsletter

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Einer mei­ner ers­ten Auf­ga­ben bei einem meiner früheren Arbeitgeber war die Ein­rich­tung eines News­let­ters. Eine ent­schei­dende Frage dabei:

Ver­schi­cken wir einen rei­nen Text-Newsletter oder einen HTML-Newsletter?

Wir haben uns für den HTML-Newsletter ent­schie­den und dafür viel posi­ti­ves Feed­back bekom­men. Es war aber keine leichte Ent­schei­dung. Das ent­schei­dende Argu­ment gegen reine Text-Mails sind für mich die man­geln­den Aus­wer­tungs­mög­lich­kei­ten der Öffnungs– und Klick­ra­ten. Denn was ist eine E-Mail-Kampagne wert, wenn man keine  Zah­len über den Erfolg oder Miss­er­folg hat? Wie soll ich ohne diese Daten beur­tei­len, wel­che Inhalte und Ele­mente funk­tio­nie­ren und wel­che nicht?

Aller­dings gibt es auch gute Gründe, warum viele Orga­ni­sa­tio­nen wei­ter­hin reine Text E-Mails ver­schi­cken. Hier einige Vor– und Nach­teile der bei­den Metho­den, die man bei der Ent­schei­dung berück­sich­ti­gen sollte:

Text-Mails

  • (+) Das Ergeb­nis sieht in allen E-Mail-Clients mehr oder min­der iden­tisch aus. Klei­nere Abwei­chun­gen sind mög­lich, aber es ist nahezu aus­ge­schlos­sen, dass eine E-Mail unles­bar wird.
  • (+) Weni­ger Arbeit. Eine reine Text­ver­sion muss auch für den HTML-Newsletter erstellt wer­den und man erspart sich das Coden der HTML-Mail.
  • (+) Eine Text-Mail wirkt unter Umstän­den per­sön­li­cher. Das kann bei Spen­den­mails einen ent­schei­dende Rolle spielen.
  • (-) For­ma­tie­run­gen sind nur sehr ein­ge­schränkt mög­lich. Far­ben, Gra­fi­ken und viele andere Gestal­tungs­op­tio­nen kön­nen über­haupt nicht ein­ge­setzt wer­den.
  • (-) Ein­zelne Ele­mente las­sen sich nicht her­vor­he­ben. Der Lese­fluss lässt sich nur sehr ein­ge­schränkt steu­ern.
  • (-) Die direkte Ver­lin­kung von Begrif­fen funk­tio­niert nicht. Links kön­nen immer nur am Ende eines Absat­zes in vol­ler Länge ein­ge­fügt wer­den.
  • (-) Die Öffnungs­rate ist über­haupt nicht mess­bar. Klick­ra­ten kön­nen nur indi­rekt erho­ben werden.

HTML-Mails

  • (+) Weit­ge­hende Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten, die es erlau­ben bestimmte Ele­mente her­vor­zu­he­ben und den Lese­fluss zu steu­ern
  • (+) Bil­der kön­nen ein­ge­bun­den wer­den
  • (+) Umfang­rei­che Aus­wer­tung der Öffnungs– und Klick­ra­ten möglich
  • (-) Benö­tigt wesent­lich mehr Zeit. Auch nach­dem man eine Vor­lage erstellt hat. Was wirk­lich viel Zeit in Anspruch nimmt.
  • (-) Bil­der wer­den von eini­gen Anbie­tern zunächst blo­ckiert (z.B. Gmail)
  • (-) Es ist sehr auf­wen­dig und kom­pli­ziert eine Vor­lage zu erstel­len, die in allen E-Mail-Clients und auf allen Gerä­ten unge­fähr gleich aussieht.

Ein inter­es­san­ter Kom­pro­miss zwi­schen HTML– und rei­nen Text-Mails sind auf wenig Gestal­tungs­ele­mente redu­zierte HTML-Mails. So ver­schick­ten die Orga­ni­sa­to­ren der Obama-Kampagne wäh­rend des Wahl­kampfs HTML-Mails, die sich von Text-Mails nur darin unter­schei­den, dass eine Logo­gra­fik ein­ge­bun­den und ein­zelne Sätze fett her­vor­ge­hen sind.

EINIGE HIN­WEISE FÜR DIE GESTAL­TUNG VON HTML-NEWSLETTERN

Hat man sich schließ­lich für einen HTML-Newsletter ent­schie­den, stellt man schnell fest, dass des­sen Pro­gram­mie­rung eine eine Wis­sen­schaft für sich ist. Alles was man in den ver­gan­ge­nen Jah­ren über moder­nes Web­de­sign gelernt hat, darf man erst ein­mal wie­der vergessen.

Vor­la­gen

Wer nicht ganz von vorne begin­nen möchte, kann auf eine die­ser Vor­le­gen zurück­grei­fen, die bereits mit den meis­ten E-Mail-Clients getes­tet wurden:

Anlei­tun­gen & Ressourcen

Wer sich hin­ge­gen lie­ber selbst eine Vor­lage bas­telt oder eine beste­hende Vor­lage umfang­reich anpas­sen möchte, sollte sich unbe­dingt ein wenig tie­fer in die Mate­rie ein­le­sen. Gute Res­sour­cen für den Ein­stieg sind das kos­ten­pflich­tige Buch Modern HTMLEmail  und die kos­ten­lo­sen Infor­ma­tio­nen von Mail­chimp. Pro­bleme, die sich damit nicht lösen las­sen, kön­nen im Forum von Cam­paign Moni­tor dis­ku­tiert werden.

HTML-Newsletter tes­ten

Ein fer­ti­ger HTML-Newsletter sollte nie­mals ein­fach abge­schickt wer­den. Nur weil er auf dem eige­nen Com­pu­ter kor­rekt dar­ge­stellt wird, bedeu­tet dies nicht, dass das Design mit einem ande­rem Betriebs­sys­tem und/oder mit einem ande­ren E-Mail-Client über­haupt nicht funk­tio­niert. Des­halb sollte ein News­let­ter immer vor­her auf mög­lichst vie­len ver­schie­de­nen Sys­te­men getes­tet wer­den. Eine kom­for­ta­ble, aber lei­der auch sehr teure Lösung für diese Auf­gabe sind diese Anbie­ter. Sie erstel­len auto­ma­tisch Screen­shots der HTML-Mail für die gän­gigs­ten E-Mail-Clients.

Doch auch danach hat man lei­der keine Garan­tie, dass die E-Mail auf jeden Fall kor­rekt dar­ge­stellt wird. Des­halb sollte jede HTML-Mail immer auch eine Text-Version und einen Link ent­hal­ten, mit dem die Mail im Brow­ser geöff­net wer­den kann.

Dieser Text erschien erstmals 2013 in meinem alten Blog.

About the author

Jacob Fricke

Hi, ich bin Jacob. Ich arbeite als Fundraiser und Datenanalyst bei Campact. Mehr Informationen über mich findest Du auf dieser Seite.

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